Wer Strom für sein Unternehmen einkauft, steht heute vor deutlich komplexeren Entscheidungen als noch vor wenigen Jahren. Gleichzeitig halten sich viele Annahmen hartnäckig – obwohl sie längst nicht mehr der Realität entsprechen.
Wir erleben diese Missverständnisse regelmäßig in Gesprächen mit Unternehmen. Deshalb möchten wir fünf der häufigsten Irrtümer etwas genauer betrachten.
Irrtum 1: Der günstigste Strompreis ist automatisch das beste Angebot.
Auf den ersten Blick scheint das logisch. Tatsächlich sagt der reine Arbeitspreis jedoch nur wenig darüber aus, ob ein Angebot langfristig wirtschaftlich ist.
Vertragslaufzeit, Preisbestandteile, Beschaffungsmodell oder die Entwicklung des Energiemarktes können den tatsächlichen Preis über die gesamte Vertragsdauer erheblich beeinflussen.
Unser Fazit: Nicht der niedrigste Preis entscheidet, sondern das wirtschaftlichste Gesamtpaket.
Irrtum 2: Ein neuer Vertrag reicht für mehrere Jahre.
Viele Unternehmen schließen einen Vertrag ab und beschäftigen sich erst wieder mit dem Thema, wenn die Kündigungsfrist näher rückt.
Der Energiemarkt verändert sich jedoch kontinuierlich. Neue Marktbedingungen, gesetzliche Änderungen oder andere Beschaffungsmöglichkeiten können dazu führen, dass eine frühzeitige Überprüfung sinnvoll ist.
Unser Fazit: Energieeinkauf ist heute ein fortlaufender Prozess und keine einmalige Entscheidung.
Irrtum 3: Börsenstrom lohnt sich nur für Großkonzerne.
Börsenorientierte Beschaffungsmodelle werden häufig mit internationalen Industrieunternehmen in Verbindung gebracht.
Tatsächlich können auch mittelständische Unternehmen von einer börsenorientierten Beschaffung profitieren – vorausgesetzt, sie passt zum Verbrauch und zur individuellen Risikostrategie.
Unser Fazit: Entscheidend ist nicht die Unternehmensgröße, sondern die passende Beschaffungsstrategie.
Irrtum 4: Der Strompreis lässt sich nicht beeinflussen.
Natürlich kann niemand den Strommarkt steuern.
Unternehmen können jedoch sehr wohl beeinflussen, wann, wie und über welches Modell sie Strom beschaffen. Genau hier entstehen häufig wirtschaftliche Vorteile.
Unser Fazit: Eine durchdachte Beschaffungsstrategie schafft oft mehr Potenzial als reine Preisverhandlungen.
Irrtum 5: Strom ist einfach Strom.
Strom ist überall derselbe – die Art der Beschaffung jedoch nicht.
Festpreis, strukturierte Beschaffung oder börsenorientierte Modelle verfolgen unterschiedliche Ziele und eignen sich nicht für jedes Unternehmen gleichermaßen.
Welche Lösung sinnvoll ist, hängt unter anderem vom Jahresverbrauch, Lastprofil, der Branche und den unternehmerischen Zielen ab.
Unser Fazit: Die beste Strombeschaffung ist immer die, die zu Ihrem Unternehmen passt.
Unsere Einschätzung
Der Energiemarkt entwickelt sich kontinuierlich weiter. Was vor einigen Jahren noch als Standard galt, ist heute häufig nur eine von vielen Möglichkeiten.
Deshalb lohnt es sich, bestehende Verträge und Beschaffungsstrategien regelmäßig zu hinterfragen. Nicht weil jede Lösung falsch ist – sondern weil sich Rahmenbedingungen, Märkte und Anforderungen verändern.
Eine fundierte Entscheidung beginnt mit einer ehrlichen Analyse der eigenen Ausgangssituation. Genau dabei unterstützen wir Unternehmen seit über 30 Jahren.
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Wir analysieren Verbrauch, Lastprofil und Risikobereitschaft und entwickeln daraus eine Beschaffungsstrategie, die zu Ihrem Unternehmen passt.
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