Gerade die Entwicklung im Jahr 2026 zeigt, wie stark sich Strompreise innerhalb kurzer Zeit bewegen können.
2026: Große Unterschiede am Strommarkt
Im zweiten Quartal 2026 lag der durchschnittliche Day-Ahead-Großhandelspreis in Deutschland bei 95,21 Euro/MWh – rund 36 Prozent über dem Vorjahresquartal. Hinter diesem Durchschnitt verbergen sich allerdings enorme Schwankungen.
Der niedrigste Viertelstundenpreis lag bei –500 Euro/MWh, der höchste bei 747,10 Euro/MWh. In 5.168 von insgesamt 8.736 Viertelstunden kostete Strom mehr als 100 Euro/MWh.
Für Unternehmen ist deshalb der Durchschnittspreis allein immer weniger aussagekräftig.
Viel Solarstrom – und trotzdem hohe Preise?
Ein wesentlicher Grund für die zunehmenden Schwankungen ist der wachsende Anteil erneuerbarer Energien.
An sonnigen Tagen steht viel günstiger Solarstrom zur Verfügung. Entsprechend niedrig können die Preise insbesondere in den Mittagsstunden sein. Sinkt am Abend die Solarstromproduktion, müssen andere Erzeugungsanlagen übernehmen.
Wie deutlich dieser Effekt sein kann, zeigte sich während der Hitzewelle im Juni 2026: Zwischen dem 18. und 30. Juni kosteten sogenannte Peak-Produkte im Durchschnitt 88,16 Euro/MWh, während Off-Peak-Produkte bei 174,32 Euro/MWh lagen. Wenig Wind, hoher Kühlbedarf und die wegfallende Solarproduktion am Abend sorgten zeitweise für außergewöhnlich hohe Preise.
Auch die europäische Regulierungsagentur ACER beobachtet diesen Trend: Die täglichen Schwankungen der Großhandelspreise in Europa sind inzwischen etwa fünfmal so groß wie 2020.
Aus Sicht von Schnellstrom: Ein Strompreis ist eine Momentaufnahme
Für uns bei Schnellstrom ist deshalb eine Frage besonders wichtig: Wann benötigt ein Unternehmen welche Strommenge – und wie soll diese beschafft werden?
Ein Strompreis, der heute attraktiv erscheint, muss nicht automatisch die beste Lösung für die gesamte Lieferperiode sein. Umgekehrt ist es nicht immer sinnvoll, auf einen vermeintlich noch günstigeren Marktzeitpunkt zu warten.
Entscheidend sind Verbrauch, Lastprofil, Lieferzeitraum und die gewünschte Planungssicherheit.
Spotmarkt oder Terminmarkt?
Der Spotmarkt bildet kurzfristige Marktpreise ab. Unternehmen können dadurch von günstigen Marktphasen profitieren, tragen aber auch das Risiko hoher Preisspitzen.
Am Terminmarkt werden Strommengen dagegen für zukünftige Lieferzeiträume gehandelt. Dadurch können Preise frühzeitig abgesichert und Kosten besser kalkuliert werden. An der EEX sind für Deutschland unter anderem Monats-, Quartals- und Jahresprodukte handelbar.
Welche Beschaffung sinnvoller ist, lässt sich deshalb nicht pauschal beantworten. Auch eine Kombination verschiedener Modelle kann für Unternehmen interessant sein.
Der Beschaffungszeitpunkt wird Teil der Strategie
Je stärker die Strompreise schwanken, desto wichtiger wird es, Beschaffung nicht nur als jährlichen Anbieterwechsel zu betrachten.
Für Unternehmen mit größeren Verbrauchsmengen können bereits vergleichsweise kleine Preisunterschiede erhebliche Auswirkungen haben. Bei 1 Million kWh Jahresverbrauch entspricht ein Unterschied von nur 1 Cent/kWh bereits 10.000 Euro pro Jahr.
Deshalb beobachten wir bei Schnellstrom nicht nur den aktuellen Strompreis. Wir betrachten auch Marktentwicklung, Verbrauch und mögliche Beschaffungszeiträume.
Für Gewerbe- und Industriekunden ab 100.000 kWh Jahresverbrauch wird damit aus dem Strompreis zunehmend eine Beschaffungsentscheidung.
Aktuelle Strompreise und Beschaffungsmöglichkeiten anfragen
Wir analysieren Verbrauch, Lastprofil und Risikobereitschaft und entwickeln daraus eine Beschaffungsstrategie, die zu Ihrem Unternehmen passt.
Angebot anfragenQuellen: Bundesnetzagentur/SMARD, Der Strommarkt im 2. Quartal 2026, 03.08.2026 · Bundesnetzagentur, Was kostet der Strom – und warum? · ACER, Monitoring Report 2026 – Key developments in European electricity and gas markets · European Energy Exchange (EEX), German Power Markets.
